Der Honorarberater dreht das übliche Prinzip um. Ihn bezahlt nicht die Bank, sondern der Kunde. Er ist selbstständiger Baufinanzierungsberater und schreibt für seine Beratung eine Rechnung. Der Vermittler bekommt seine Vergütung dagegen als Provision von der Bank.
Berater oder Vermittler? Die Weiche stellst du am Anfang
Der Gesetzgeber trennt beide Rollen sauber. Die Erlaubnis nach § 34i der Gewerbeordnung gilt für beide. Bei der Eintragung ins Vermittlerregister musst du dich aber festlegen: Immobiliardarlehensvermittler oder Honorar-Immobiliardarlehensberater.
Wie das in der Praxis ausgeht, zeigt ein Blick in die Statistik. Zum 1. Juli 2026 waren im Register 58.014 Immobiliardarlehensvermittler eingetragen, aber nur 614 Honorar-Immobiliardarlehensberater (DIHK). Auf einen Honorarberater kommen also fast hundert Vermittler.
Was heißt „Honorar statt Provision“?
Als Honorarberater darfst du keine Provisionen von Banken behalten. Du arbeitest mit provisionsfreien Konditionen, den sogenannten Nettotarifen, oder reichst erhaltene Provisionen vollständig an deinen Kunden durch. Du verdienst allein am Honorar, und dessen Höhe legst du selbst fest. Außerdem muss deine Empfehlung auf einer ausreichenden Zahl von Angeboten am Markt beruhen.
Vor- und Nachteile
Der Charme liegt in der Transparenz. Dein Kunde sieht schwarz auf weiß, was er für die Beratung zahlt, und weiß, dass keine Bank an deinen Fäden zieht.
Der Haken: Du musst dein Honorar bei jedem Kunden neu verkaufen. Jedes einzelne Mal. Der Vermittler muss das nicht, denn seine Vergütung steckt bereits in der Finanzierung, und der Kunde zahlt nichts extra. Genau deshalb entscheiden sich die meisten Baufinanzierungsprofis für den Weg als Vermittler.
Du hast die Wahl. Triff sie bewusst, denn sie prägt dein ganzes Geschäftsmodell.
Honorarberater mit Pool
Auch als Honorarberater kannst du dich an einen Pool anbinden. Manche Pools, zum Beispiel KREDITPLANET24, hinterlegen dafür in der Finanzierungssoftware, dass du keine Provision erhältst. So rechnest du ausschließlich über dein Honorar ab und nutzt trotzdem Plattformzugänge, Bankenauswahl und Fachsupport.
Die eigentliche Hürde liegt woanders. Die Banken müssten dein Honorar als Kosten in die Kondition einpreisen, und das geben die Plattformen Europace und eHyp technisch nicht her. Dazu kommt der Markt selbst. In Deutschland gilt Finanzierungsberatung als kostenlos, das sitzt tief in den Köpfen. Ich kenne deshalb keinen wirklich erfolgreichen Honorarberater. Ob ich dieses hierzulande sehr unpopuläre Modell leben möchte, würde ich mir lange überlegen.